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Die 24 cm hohe Reiterstatuette, die sich heute im Musée
du Louvre in Paris befindet, ursprünglich aber aus dem Schatz des Metzer
Doms stammt, kommt dem historischen Karl mit einiger Sicherheit am nächsten.
Das Figürchen, das noch Spuren ehemaliger Vergoldung aufweist, besteht
aus verschiedenen Teilen (Reiter und Pferd sind z. B. einzeln gegossen),
ist aber nach einer einheitlichen Konzeption entstanden. Wann genau, wissen
wir nicht, vielleicht erst zur Zeit Karls des Kahlen um die Jahrhundertmitte,
auf jeden Fall aber noch im 9. Jahrhundert. In manchem entspricht die dargestellte
Figur dem, was wir von Einhard über Karls Äußeres wissen
(runder Schädel, große Nase, ausgeprägtes Kinn, "fränkischer"
Schnurrbart), aber ein authentisches Portrait Karls liegt natürlich
nicht vor (dazu war das 9. Jahrhundert noch gar nicht imstande). Man hat
deshalb auch von einem "Ideal-" bzw. "Erinnerungsbild"
gesprochen.
Quelle: Karl der Große und seine Zeit, hg. von Enzo Orlandi (1968)
S. 74 |