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Scheide: Italien (?), um 1084, Schwert: Frankreich um 1198
Wien, Kunsthistorisches Museum, Schatzkammer der Hofburg
Das Reichsschwert wurde bei der Krönung dem Herrscher als Zeichen
weltlicher Gewalt überreicht und danach, mit der Spitze nach oben,
dem Schwertträger vorangetragen. Auftraggeber des Schwertes war der
Welfenkaiser Otto IV. (1198-1218).
Auf der Scheide finden sich 14 Goldbleche mit je einer Abbildung eines
Königs (von Karl dem Großen bis Heinrich III.) im vollen Ornat
(siehe Details unten). Als Anlass für die Herstellung der Scheide
wird die Kaiserkrönung Heinrich IV. (1084) angenommen. Sie war politisches
Programm: Heinrich IV. musste zu Zeiten des Investiturstreites, angesichts
des über ihn verhängten Kirchenbanns und nach Kämpfen gegen
zwei Gegenkönige, auf die Rechtmäßigkeit seines Herrschaftsspruches
besonderen Wert legen. Mit der lückenlosen Herrscherreihen von Karl
dem Großen bis zu seinem Vorgänger Heinrich III., demonstrierte
Heinrich IV., daß er der einzig legitime Nachfolger der karolingischen
Herrscher war.
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